Glykämischer Index: Für wen ist er wichtig?

Gerade bei Diabetikern ist es durchaus empfehlenswert, im Speiseplan auf einen eher niedrigen glykämischen Index zu achten. Auch für Ausdauersportler ist die Glyx-Einteilung interessant: So empfehlen Forscher, etwa 30 bis 60 Minuten vor einer langen sportlichen Betätigung Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index zu verzehren. Dadurch wird der Körper kontinuierlich mit Glukose versorgt und Ermüdungserscheinungen treten nicht so schnell auf. Nach dem Sport helfen Lebensmittel mit hohem glykämischen Index (Nudeln oder Weißbrot), die Glykogenspeicher wieder aufzufüllen und dem Körper die verbrauchte Energie zurückzugeben.

Gesunde Ernährung dank Glyx?

Bezieht man den glykämischen Index in die Ernährung mit ein, können Heißhungerattacken vermieden werden. Denn: Steigt der Blutzuckerspiegel zügig an, schüttet der Körper größere Mengen Insulin aus. Das hat zur Folge, dass der Blutzuckerspiegel im Anschluss rapide sinkt und kurzzeitig sogar unter den Normalzustand fällt. Die Folge: ein starkes Heißhungergefühl.

Glyx versus GL

Mit der glykämische Last (GL) wurde der glykämische Index weiterentwickelt: Es wird nicht nur die Art der verzehrten Kohlenhydrate, sondern auch die Menge gemessen. Auch sie hat einen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. 100 Gramm Wassermelone haben beispielsweise weniger Kohlenhydrate als 100 Gramm Weißbrot. Während der Glyx für beide Lebensmittel den gleichen Wert berechnen würde, berücksichtigt der GL die Kohlenhydratmenge.

Glyx und GL zu ungenau?

Bei der Ernährung nach dem Richtwert des glykämischen Index oder der glykämischen Last ist es wichtig zu beachten, dass die Werte ebenfalls von anderen Faktoren beeinflusst werden. Die Art der Zubereitung oder die Tatsache, ob noch andere Nährstoffe wie Fett oder Eiweiß enthalten sind, bestimmen, wie hoch der Glyx beziehungsweise der GL sein kann. Zudem berechnen die beiden Konzepte immer nur die Werte für ein einzelnes Lebensmittel und nicht für eine ganze Mahlzeit. Die Kombination verschiedener Nahrungsmittel kann den glykämischen Index als auch die glykämische Last verändern. Zudem spielt der individuelle Stoffwechsel eine tragende Rolle, wie schnell der Blutzuckerspiegel ansteigt. Allein wegen des Glyx oder des GL muss man nicht auf einzelne Lebensmittel verzichten. Stattdessen empfiehlt es sich, bei der Zubereitung einer Mahlzeit auf die Kombination von Zutaten mit niedrigem glykämischen Index oder niedriger glykämischer Last zu achten, um unter anderem Heißhungerattacken zu vermeiden.