Die Haut als Spiegel der Seele

Die Haut ist unser größtes Organ und neben Wärmeregulierung, Ausscheidung, Atmung und Stoffwechsel insbesondere für unsere Sinneswahrnehmung verantwortlich. In ihr verlaufen besonders viele Nerven, die uns Wärme, Schmerz und Berührungen signalisieren – Sinneseindrücke, die eng mit unseren Gefühlen und dem vegetativen Nervensystem verbunden sind. Das erklärt, warum die Haut so sensibel auf Stress und psychische Belastungen reagiert.

Stress macht Pickel

Gestresste Haut sieht selten gesund aus. Entweder zeigt sie „hektische“, rote Flecken, weil stressbedingt der Entzündungsbotenstoff Histamin ausgeschüttet wird, oder der Teint ist grau und fahl, weil die Stresshormone eine Verengung der feinsten Blutgefäße in der Haut veranlassen. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass die natürliche, entzündungshemmende Schutzschicht der Haut geschwächt wird, weil die Stresshormone den Transport antibakterieller Schutzstoffe auf die Haut hemmen. Das bedeutet: Freie Fahrt für Pickel & Co. wie eine Studie der Universität von Kalifornien in San Francisco eindrucksvoll gezeigt hat. Einen besonders guten Nährboden finden die Pickel-Bakterien auch deshalb, weil der Körper bei Stress vermehrt männliche Hormone produziert, die ihrerseits die Produktion der Talgdrüsen anregt. Und schon ist eine sehr unschöne Kettenreaktion in Gang gesetzt: Die vermehrte Talgproduktion führt zu Mitessern, die sich aufgrund der schwachen Hautabwehr leichter entzünden können und auch noch schlecht abheilen, da Stress sich negativ auf die Immunabwehr auswirkt. Zum Teufelkreis wird das Ganze, wenn die blühende Stresshaut für zusätzliche psychische Belastung sorgt. Stress macht Pickel, Pickel machen Stress usw.

Entspannung macht schön

Regelmäßige Entspannung verhindert, dass Stress zum Risiko für unsere Gesundheit wird und unsere Haut zum Streuselkuchen werden lässt. Entspannungspausen geben dem Körper die Gelegenheit, Hormon- und Immunsystem auszubalancieren und wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Und damit auch unsere Haut. Die Talgdrüsenproduktion normalisiert sich, die entzündungshemmende Schutzbarriere verhindert Entzündungen und ein gut funktionierendes Immunsystem sorgt für eine gute Wundheilung.

Manchmal helfen schon kleine Maßnahmen, um aus der Stressfalle auszubrechen: Regelmäßige Pausen, beruhigende Rituale wie ein abendliches Entspannungsbad oder ein kurzer Spaziergang. Nicht zu unterschätzen ist die positive Wirkung von Sport: Stresshormone werden abgebaut, man bekommt den Kopf frei und nach der körperlichen Anstrengung können sich die Muskeln wieder entspannen.

Auch ausreichender Schlaf ist ein wichtiger Faktor, der verhindert dass Stress uns krank macht. Aber gerade unser Schlaf ist beeinträchtigt, wenn wir unter psychischem Druck leiden. Entspannungstechniken wie Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Meditation und Achtsamkeitstraining können helfen, zur Ruhe zu kommen und das innere Gleichgewicht wieder zu finden. Eure Haut wird es euch danken!